Samstag, 11. August 2018

Like Ice in the Sunshine - Elternzeit #4


Die letzten beiden Wochen haben bislang nur positive Erlebnisse für unseren kleinen Familienalltag auf engstem Raum gebracht. Für uns kann ich also behaupten, dass Reisen mit einem kleinen Kind, Baby trifft es nicht mehr ganz durchaus möglich sind und Spaß machen.

Unser Knirps braucht Abwechslung, lange Autofahrten sollten also selten bleiben. Ein Ausflug ins Museum ist aber genauso drin wie regelmäßige Wanderungen oder andere kleine Ausflüge; sowohl ins Grüne als auch in die Stadt.

Die Reise geht also weiter über eine Inselgruppe im Südwesten der Niederlande mit wesentlich ländlicherem Charakter. Die Inselchen liegen in der Provinz Zeeland und heißen Noord-Beveland, Schouwen-Duiveland, Sint Philipsland, Tholen, Walcheren.


Boxenstopp

Für eine kleine Kaffeepause hielten wir spontan in Zierikzee und wurden von der kleinen Altstadt mit einigen netten Geschäften auch nicht enttäuscht. Das Städtchen haben wir uns nicht extra herausgesucht, vielmehr bestand der kleine General auf eine Zwischenmahlzeit und etwas Abwechslung. Wer etwas abseits der Touristenströme einen kleinen Einkaufsbummel machen, einen Kaffe trinken will oder auch nur wie wir noch ein Brot braucht ist hier richtig.

Vrouwenpolder bei Veere


Von Zierikzee können sowohl die N256 sowie die N57 gefahren werden um auf die nächste Insel nach Verre zu gelangen. Die Gemeinde Vrouwenpolder beheimatet einen kleinen aber sehr schönen und super ausgestatteten Campingplatz namens Klein Arendsrust. Die geräumigen und durch Hecken abgetrennten Parzellen werden ergänzt durch einen kleinen Spielplatz, täglich frische Hühnereier zur freien Verfügung, einen schönen und sauberen Sanitärbereich mit unbegrenzt warmen Wasser sowie einem Fahrradschuppen mit Waschmaschine und Kühlschrank mit Vertrauenskasse.

Vom Platz ausgehend kann man eine kleine Wanderung nach Verre unternehmen. Dort eine Kleinigkeit (z.B.: Pannekoeken) essen, die Seele baumeln lassen und sich die alte napoleonische Befestigungsanlage anschauen. Ein wirklich nettes Lokal für pizzaartige Eierkuchen ist Suster Anna.

 

Ganz in der Nähe findet man auch die Deltawerke. Die Deltawerke, über die die Straße N57 führt sind ein riesiges Sperrwerk. Sie dienen zum Schutz der Provinz Seeland vor Hochwasser und Sturmflut.

Bei Grenzübertritt Ruhe bewahren

Wir wechseln das Land. Die Temperaturen steigen und wir nähern uns Westbelgien durch den Westerscheldetunnel, der mit rund 5€ gebührenpflichtig ist.


Wer nach Belgien fährt kann im Westen herausfinden warum Belgien in internationalen Ranglisten straßentechnisch hinter einigen kritischen Regionen in Afrika rangiert.

Schlaglöcher sind nicht einfach nur an der Tagesordnung sondern bilden größtenteils die Straße.


Vornehmlich hatten wir in Belgien nur zwei definitive Reiseziele. Brügge u
nd Gent.

Brügge

Die beiden Städte wollten wir jeweils mit möglichst kurzer Anfahrt am jeweils nächsten Tag besuchen, um möglichst viel Zeit in den beiden Städten zu verbringen. Daher haben wir uns den bestbewertetesten Campingplätzen nahe Brügge ausgesucht. Camping Der Duinen. Ich möchte den Platz nicht empfehlen. Warum? Ganz einfach.

        - die Sauberkeit der Anlagen hält sich in Grenzen
          - Warmes Wasser (Dusche etc.) nur gegen Gebühr in Form von Coins die an der    
             Kasse erworben werden müssen (unpraktisch)
          - Der "Zeltplatz" für alle "Camper" ist ganz am Ende des riesigen Areals
          - Der Rest ist mit stationären Trailern zugepflastert
          - niemals eine eigene Rolle Toilettenpapier vergessen, sonst doppelter Weg
          - insgesamt eher ungemütlich


Am Morgen unseres Tages in Brügge kündigt sich die erste Katastrophe unserer Reise an und lässt uns an unserem Vorhaben zweifeln. Der kleine Weltenbummler hat erhöhte Temperatur; knapp über 39°C. Puh... Zäpfchen gegen Fieber haben wir dabei und ein Infekt ist eher unwahrscheinlich. Probleme mit den Zähnen hatte er schon einige der letzten Nächte. Daher haben wir den Besichtigungstermin trotzdem gestartet und jederzeit mit dem Abbruch gerechnet.

 

In Brügge im Parkhaus ging dann für den kränkelnden Knirps ins Tragetuch und er schlief schnell ein. So haben wir innerhalb von 4 Stunden einen kurzen Bummel durch die Stadt gemacht und ein paar echte Belgische Fritten gegessen, die üblicherweise doppelt in Nierenfett frittiert werden. (Tipp)
Brügge ist eigentlich sehr schön und es gibt jede Menge alte Gebäude, Restaurants und Pralinengeschäfte. Unsere Zeit war etwas knapp, aber was soll's :-)

Gent

Da wir keine Lust mehr auf belgische Campingplätze hatten fuhren wir ein kurzes Stück zurück nach Holland und Übernachteten bei kleine Boomdijk in Sint Kreis. (sehr nett aber einfach gehalten)

Dem Knirps geht es übrigens wieder gut. Zähne?



Gent war dann ein wesentlich entspannterer Ausflug. Bei bestem Wetter und bruzeligen Temperaturen haben wir die eintrittspflichtigen Sehenswürdigkeiten links liegen gelassen und uns in diversen Gotteshäusern Abkühlung verschafft. Den Rest kühlt man am Besten mit einem Essen nach Wahl und einem wohltemparierten belgischen Bier. Und ein Ende der Sommerlichen Hitze ist nicht abzusehen.

Mein persönliches Highlight war die Fahrt durch die Stadt. Enge Straßen und eine wüste Verkehrsführung auf den Hauptstraßen, dicht gefolgt von gesperrten Straßen, die den einzigen verfügbaren Weg darstellen.

Das zuerst anvisierte Parkhaus stellte sich als eventuell zu niedrig heraus für unseren VW Bus. Der tiefergelegte Bus mit gebrochenen Federn hinten ist mit 1,84 m laut Zulassung scheinbar zu groß für ein 1,90 m Parkhaus. Zumindest wollten wir es nicht ausprobieren nachdem die Stummelantenne das rot-weiße Blech vor dem Eingang touchiert hatte. Also nochmal um die Stadt drumrum, um ein Parkhaus in 5 Minuten Laufweite anzufahren.


Tagesangebot



Heute im Angebot: Spaghetti Carbonara. Nudeln kochen, Soße auf und fertig? Nein Danke!

Eine Carbonara ist eigentlich kein Hexenwerk. Ei in einer Schüssel verquirlen, Parmesan reiben und unterheben. Von dem feinpulverigen Parmesan aus dem Supermarkt halte ich nichts und ich glaube ein Stück ist ohnehin günstiger und schmeckt besser.

In einer Pfanne Speck anbraten und die zuvor gekochten Nudeln kurz mit durchschwenken. Bei mir gesellten sich zum Speck noch Chilli, Knoblauch und Zwiebel. Die Möhre musste auch weg und Parmesan hat unsere Kühlbox nicht hergegeben.

Ist man mit der Mischung in der Pfanne zufrieden kann diese auch schon in die Schüssel zum Ei und dem Käse. Die Restwärme der heißen Nudelmasse lässt das Ei quasi gerinnen und den Käse schmelzen. Entgegen der weiterverbreiteten Meinung findet man in einer Carbonara keine Sahne oder ähnliches.

Bon Appetit!









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